Rassismus ist kein gesellschaftliches Randproblem - Rassismus geht uns alle an!

Am Donnerstag, 23. Februar, findet der zentrale Staatsakt der Verfassungsorgane des Bundes zum Gedenken an die Opfer rechtsextremer Gewalt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt werden statt. Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg und Mitglied der Arbeitsgruppe „Strategien gegen Rechtsextremismus“ der SPD-Bundestagsfraktion, bedauert, dass dieser Staatsakt erst jetzt stattfindet und unterstützt den gemeinsamen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) für eine bundesweite Schweigeminute.

Der Staatsakt findet zusammen mit den Spitzen unseres Staates und den Angehörigen von Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter, die durch die Mordtaten der Zwickauer Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ums Leben gekommen sind und anderen Betroffenen von Terroranschlägen statt. Ich bedauere den späten Zeitpunkt sehr, macht er doch deutlich, dass sowohl Staat als auch Gesellschaft gegenüber rassistischen und rechtsextremen Umtrieben viel zu lange blind gewesen sind. Teilnehmen werden eine Delegation des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlaments und zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps sowie Ehrenamtliche aus Initiativen und Bündnissen, die sich gegen rassistische Gewalt und für Demokratie engagieren.

Ich unterstütze den gemeinsamen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zu einer bundesweiten Schweigeminute um 12.00 Uhr in der Arbeit innezuhalten und der Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu gedenken.

Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger: Halten Sie für eine Minute in ihrer Arbeit inne. Zeigen wir gemeinsam Mitgefühl den Familien und Freunden, die geliebte Menschen verloren haben. Zeigen wir gemeinsam, dass wir tief betroffen sind, dass nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland diese entsetzlichen Verbrechen geschehen konnten. Zeigen wir gemeinsam unsere Empörung und Abscheu gegenüber Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie. keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.

 

Der Aufruf im Wortlaut (Download siehe Anhang):

"Gemeinsamer Aufruf der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Die von rechtsextremistischen Gewalttätern verübten Morde, Raubüberfälle und Anschläge erfüllen die Menschen in Deutschland mit Abscheu und Entsetzen. Wir trauern um die Opfer. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Freunden, die geliebte Menschen verloren haben. Wir sind tief betroffen, dass nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland diese entsetzlichen Verbrechen geschehen konnten.

Arbeitgeber und Gewerkschaften treten gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben.

In den Unternehmen in Deutschland ist zwischen den Beschäftigten ethnische und kulturelle Vielfalt gelebte Realität. Die Betriebe geben zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Integration, Respekt und Toleranz. Wir stehen daher gemeinsam in der Pflicht, rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegenzutreten.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände rufen die Menschen in Deutschland dazu auf, am Donnerstag, 23. Februar 2012, um 12:00 Uhr für eine Schweigeminute in ihrer Arbeit innezuhalten. Dies geschieht zeitgleich mit dem zentralen Staatsakt der Verfassungsorgane des Bundes für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt.

Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden:

ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden,
ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt,
ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands."

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