Rawert vor Ort

Ausgrenzung mit System? Inklusion macht Gesundheit! Gesundheitliche Teilhabe komplex behinderter Menschen

 Eine besondere Herausforderung für die Medizin stellt die Behandlung von Patient*innen mit geistiger und Mehrfachbehinderung, vor allem der Gruppe der Erwachsenen mit Behinderung, dar. Darauf verweisen die Fachverbände für Menschen mit Behinderung bereits seit den 1990er Jahren. Diesen Forderungen nach einer Weiterentwicklung hat sich die deutsche Ärzteschaft angeschlossen, beispielsweise in den Entschließungen des Deutschen Ärztetages 2009. Es ist mir gelungen die Forderungen nach dem Aufbau von MZEBs im Antrag „UN-Konvention jetzt umsetzen – Chancen für eine inklusive Gesellschaft nutzen“ der SPD-Bundestagfraktion zu verankern. Diese wurden 2013 in den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD aufgenommen.

Kultursensible Pflege - Wie weit sind wir und wo muss noch nachgebessert werden?

Eine Pflege, die den individuellen, kulturellen und religiösen Werten und Bedürfnissen entspricht - wer möchte das im Alter nicht?

Die Zahl der Menschen, die Pflege in Anspruch nehmen müssen, wird in den nächsten Jahren weiter steigen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird in den nächsten Jahren auch der Anteil der Patienten und Bewohner, die aus anderen Kulturkreisen kommen, stark zunehmen, denn über 10 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin sind 65 Jahre alt oder älter. Das sind ca. 71.000 Menschen. Um eine kultursensible Pflege zu gewährleisten, ist eine interkulturelle Öffnung der Pflegeeinrichtungen eine Grundvoraussetzung. Viele Einrichtungen haben sich auf diese Entwicklung aber noch nicht eingestellt. Um den Beratungs- und Hilfebedarf von Pflegebedürftigen zu decken, muss die interkulturellen Ausrichtung der Pflegeeinrichtungen weiter gefördert werden.

Am 4. April 2017 habe ich auf Einladung der AG Migration Tempelhof- Schöneberg den Nachbarschaftstreffpunkt Huzur in Schöneberg besucht. Themenschwerpunkt war die kulturelle Vielfalt in der Pflege. Der Nachbarschaftstreffpunkt Huzur in der Bülowstraße ist eine Begegnungsstätte für Menschen unterschiedlicher Kulturen und bietet Beratung und Unterstützung für Personen ab 50 Jahre.

Kamerun – Deutschland: Fachkräftemangel auch mit Hilfe junger Menschen aus Kamerun beheben - Freudiges Zusammentreffen beim Deutschen Pflegetag

In den Gesundheitsberufen droht der Fachkräftemangel nicht nur. Der Fachkräftemangel ist bereits eingetreten. Dies gilt insbesondere für den Beruf der Altenpflege. Seit Jahren finden sich nicht mehr genügend junge Menschen in Deutschland, die bereit sind in diesem Pflegeberuf zu arbeiten.

Altenhilfeeinrichtungen sind stets auf der Suche nach Mitarbeiter*innen für diesen anspruchsvollen und schwierigen Beruf in der Altenhilfe. Spanische und vietnamesische Fachkräfte, die im Heimatland keinen Job finden konnten, werden schon seit Jahren in Deutschland in den ambulanten und stationären Einrichtungen gerne eingestellt.

Hier arbeitende ausländische Pflegefachpersonen benötigen eine Qualifikation, die sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch der Dauer der Ausbildung deutscher Gesundheits- und Krankenpfleger*innen vergleichbar ist. Die Anerkennung der Berufsabschlüsse für Gesundheits- und Krankenpfleger*innen in Europa erfolgt auf der Grundlage der Berufsanerkennungsrichtlinie 2013/55/EU. Die Prüfung basiert auf bundesrechtlichen Regelungen nach dem Krankenpflegegesetz. Zudem gilt der globale Verhaltenskodex der WHO für die internationale Anwerbung von Gesundheitsfachkräften, der eine aktive Abwerbung von Gesundheitsfachkräften aus Entwicklungsländern, in denen ein kritischer Mangel an Gesundheitsfachkräften herrscht, missbilligt.

BERLIN MACHEN – Aktionstag am 6. Mai 2017

Weltweit sollen mehr als 75 % der gerauchten Zigaretten einfach in der Landschaft landen. Damit sind Zigarettenkippen der häufigste Müll, der auf unseren Straßen und Plätzen herumliegt. Zigarettenkippen verschandeln aber nicht nur das Stadtbild, sondern sind auch schädlich für Mensch und Umwelt. Hunderte giftiger Chemikalien sind darin enthalten.

PreP: der Kampf um eine neue Strategie der HIV/AIDS-Prävention

Das Thema Prä-Expositions-Prophylaxe (PreP) treibt nicht nur in Berlin viele Akteur*innen um. Schließlich geht es bei der „Vor-Risiko-Vorsorge“ um nichts weniger als eine für alle zugängliche neue Strategie der Prävention vor HIV/AIDS. Fakt ist: Wenn wir die Infektionszahlen in Deutschland künftig weiter senken wollen, braucht es mehr als Safer-Sex-Botschaften.

Immer noch infizieren sich in Deutschland jährlich noch rund 3.500 Menschen mit HIV. Seit dem 7. Oktober 2016 ist in Deutschland das Kombinationspräparat Truvada zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem AIDS-Virus HIV zugelassen. Dieses steht aber nur Selbstzahler*innen zur Verfügung, die monatlichen Kosten liegen bei 819 Euro. Streit gibt es darum, wer die Kosten für das Medikament trägt. Wir brauchen eine medikamentöse HIV-Vorbeugung, die unabhängig vom individuellen Geldbeutel ist. Prävention darf kein Luxusgut sein. Prävention muss allen offen stehen.

PreP ist eine Strategie – nicht nur ein Medikament

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