Besuchergruppen

Das Paul-Löbe-Haus braucht sich nicht hinter dem Reichstagsgebäude verstecken!

Kunst- und Architekturführung im Paul-Löbe-Haus 

Was haben zwei Neonlicht Skulpturen und der Deutsche Bundestag gemeinsam? Warum sieht es an einigen Stellen des Paul-Löbe-Hauses auch jahrelang nach der Fertigstellung noch so aus, als wären die BesucherInnen mitten auf einer Baustelle? Diese und weitere Fragen haben sich geklärt in der Kunst- und Architekturführung im Bundestagsgebäude Paul-Löbe-Haus (PLH) am Samstag, den 10. Oktober 2015. Diese war von Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg, für die BürgerInnen ihres Bezirkes initiiert worden.

Kunst und Politik im Deutschen Bundestag

Die Kunst- und Architekturführungen durch den Reichstag sind immer wieder ein Erlebnis. Auch ich lerne jedes Mal etwas dazu und entdecke neue Schätze. Deswegen lade ich immer wieder gern BürgerInnen aus Tempelhof-Schöneberg zu diesen Führungen ein, denn die Kunst im politischen Raum regt zum Nachdenken und Diskutieren an.

Im Mittelpunkt der Führung am 14. Februar 2015 standen dieses Mal die Kunstwerke im Reichstag. Die Referentin des Besucherdienstes, Bibiana Wachter, erläuterte fachkundig die Hintergründe der Kunstwerke und Motivationen der KünstlerInnen. Derzeit sind 111 KünstlerInnen mit ihren Werken in den Gebäuden des Deutschen Bundestages vertreten. Dabei beweist der Kunstbeirat des Bundestages eine glückliche Hand bei der Auswahl der KünstlerInnen. So erhielten zeitgenössische deutsche KünstlerInnen die Chance sich bei der künstlerischen Gestaltung des Reichstages und der anderen Gebäude des Bundestages aktiv einzubringen. Die Liste der KünstlerInnen liest sich wie ein „Who is Who“ der modernen Kunstszene: Georg Baselitz, Joseph Beuys, Hans Haacke, Bernhard Heisig, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Katharina Sieverding, Günther Uecker und viele mehr.

Pflege und Politik im Dialog

Zu hohe Personalschlüssel und belastende Arbeitszeiten einerseits und der Fachkräftemangel andererseits führen dazu, dass sich tiefer Frust unter den Berufstätigen in der Pflege breit macht. Sie fühlen sich im Stich gelassen.  

In einem Gespräch mit über 70 Studierenden der Katholischen Hochschule Köln wurde schnell klar, welche Herausforderungen die Fachkräfte im Alltag bewältigen müssen. Stattgefunden hat das Gespräch am 12. Januar 2015 im Paul-Löbe-Haus im Rahmen eines Seminars der Arbeitsgemeinschaft Statt und Gesellschaft. Bereits zuvor habe ich mich mit Studierenden derselben Hochschule getroffen, zuletzt 2013. Ein grundlegender Unterschied zum Gespräch vor zwei Jahren ist die veränderte politische Lage: Wir SozialdemokratInnen regieren. Am 1. Januar 2015 trat das Pflegestärkungsgesetz I und das Familienpflegezeitgesetz in Kraft.

SchülerInnen des Georg-Büchner-Gymnasiums beim Planspiel im Bundestag

Wer will nicht schon mal für einen Tag Mitglied des Deutschen Bundestages sein und hier über die Gesetze Deutschlands bestimmen?  Der Besucherdienst des Deutschen Bundestages macht es möglich: "Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren" heißt das Planspiel, zu dem dieser regelmäßig Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse einlädt. In ihrer Funktion als Abgeordnete lernen sie, wie Gesetzgebung funktioniert und erhalten Einblicke in die Arbeitsweise des Deutschen Bundestages. Im echten politischen Umfeld werden jugendgerechte Themen beraten. Nach einer Führung durch das Reichstagsgebäude und der Einführung in das Planspiel findet für die neuen Kolleginnen und Kollegen die erste Fraktionssitzung, die erste Plenardebatte, eine Ausschusssitzung, eine weitere Fraktionssitzung sowie eine Plenardebatte mit zweiter und dritter Lesung statt. Nach dem Mittagessen treffen sie amtierende Kolleginnen und Kollegen zur Diskussion.

Kunst und Politik im Gebäude des Reichstags

Diesmal führte uns Frau Wachter vom Besucherdienst professionell durch das Gebäude, um uns die  Architektur am Bau und die Geschichte der zahlreichen Kunstwerke näher zu bringen.
Die Führung begann bei dem „Tisch mit Aggregat“ von Joseph Beuys. Frau Wachter erklärte, dass gerade dieses Kunstwerk im Kunstbeirat des Bundestages sehr umstritten war, bis es seinen festen Platz neben dem Plenarsaal erhielt. Bevor es über die Eingangshalle West in den Reichstag geht, kann man an den Säulen die eingravierten Initialen des Kaiserreiches erkennen. In dieser Eingangshalle befindet sich das Farbkunstwerk „die Fahne“ von Gerhard Richter. Gegenüber das Kunstwerk „Vor-Ort-Sein“ von Sigmar Polke. Es sind fünf Leuchtkästen mit heiter ironischen Bildzitaten aus Politik und Geschichte, die wir näher erläutert bekommen haben. 
Im umgestalteten Reichstagsgebäude hat die Künstlerin Katharina Sieverding in einem Raum für die von 1933 bis 1945 verfolgten und ermordeten Mitglieder des Reichstags der Weimarer Republik eine Gedenkstätte gestaltet. Gleich nebenan der Clubraum für Abgeordnete und MitarbeiterInnen. An der Wand ein Kunstwerk von Grisha Bruskin, mit 115 Einzelbilder.  Hier ironisiert der Künstler ideologische Mythen, die er „Leben über alles“ nannte.
Weiter führte uns Frau Wachter zur Eingangshalle Süd. Dort hat der Künstler Georg Baselitz sein Kunstwerk „Melancholie“ ausgestellt. Mit seinen Motiven und seiner Malweise schlägt Baselitz eine Brücke von der Gegenwart zur Romantik. Wir betraten den Andachtsraum und erfuhren so vom Künstler Günther Uecker. Ihm ist es gelungen, auf der Grundlage theologischer Überlieferungen mit sparsamen bildnerischen und architektonischen Ausdrucksmitteln einen Raum zu gestalten, der zu Meditation und innerer Einkehr der Abgeordneten einlädt, unabhängig ihrer Religion. Wir bekamen von Frau Wachter die Holzbildtafeln, die Uecker an die Wände gelehnt hatte, näher erklärt.
Die Graffiti der sowjetischen Soldaten
In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft blieb das Reichstagsgebäude weitgehend ungenutzt. Ein Symbol für das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft ist das berühmte Foto, das drei Soldaten beim Anbringen der roten Fahne neben dem Südostturm zeigt.
In den 1960-er Jahren wurde das Reichstagsgebäude nach den Plänen des Architekten Paul Baumgarten in veränderter innenarchitektonischer Form für parlamentarische Zwecke hergerichtet. Er veranlasste u. a. den Eingangsbereich zu vertäfeln. 
Im Juli 1993 entschied sich der Ältestenrat des Bundestages für die Umbauvorschläge des britischen Architekten Norman Foster. Er ließ u. a. im Eingangsbereich des Reichstagsgebäudes die Vertäfelungen entfernen, so wurden die Inschriften der Soldaten freigelegt. 
Im Empfangsraum wird ein Werk von Anton Kiefer gezeigt, mit dem Titel  „Nur mit Wind, mit Zeit, mit Klang“, das 1988 entstand. Das nächste Kunstobjekt, was wir aufsuchten, befindet sich in der Präsenzbibliothek und ist von Bernhard Heisig. Vom Balkon der Präsenzbibliothek hatten wir, bei herrlichem Sonnenwetter, einen wunderbaren Ausblick zur Spree und den Regierungshäusern. 
Wir gingen in das Untergeschoss des Reichstages. Frau Wachter erklärte uns das Kunstwerk von Christian Boltanski. Seit 1999 gibt es hier ein Archiv der deutschen Abgeordneten. Rund 5000 Metallkästen sind mit den Namen der Abgeordneten beschriftet, die von 1919 bis 1999 demokratisch gewählt wurden. 
Nach der Kunst die Politik
Nach dem Rundgang ging es auf die Fraktionsebene. Von diesem Standort aus kann mensch hinunterschauen in den 1.200 quadratmetergroßen Plenarsaal, dem Herzstück des Deutschen Bundestages. 
Nach einer Vorstellung des parlamentarischen Ablaufs und regelmäßigen Aufgaben einer Abgeordnete fand im Sitzungssaal der SPD-Fraktion ein munterer Austausch zu aktuellen Herausforderungen statt. Mich hat gefreut, dass sich viele für das existentielle Thema der Gesundheits- und Pflegepolitik interessieren, für die Finanzierung, für das Leistungsgeschehen, für die Rollen der verschiedenen Akteure, und und und. 
Anschließend ging es für alle interessierten Besucher auf die Reichstagskuppel.

Erneut trafen sich am 2. August 26 Bürger und Bürgerinnen aus Tempelhof-Schöneberg zur Kunst- und Architekturführung durch das Reichstagsgebäude. Diesmal führte uns Frau Wachter vom Besucherdienst professionell durch das Gebäude, um uns die  Architektur am Bau und die Geschichte der zahlreichen Kunstwerke näher zu bringen.

Die Führung begann bei dem „Tisch mit Aggregat“ von Joseph Beuys. Frau Wachter erklärte, dass gerade dieses Kunstwerk im Kunstbeirat des Bundestages sehr umstritten war, bis es seinen festen Platz neben dem Plenarsaal erhielt. Bevor es über die Eingangshalle West in den Reichstag geht, kann man an den Säulen die eingravierten Initialen des Kaiserreiches erkennen. In dieser Eingangshalle befindet sich das Farbkunstwerk „die Fahne“ von Gerhard Richter. Gegenüber das Kunstwerk „Vor-Ort-Sein“ von Sigmar Polke. Es sind fünf Leuchtkästen mit heiter ironischen Bildzitaten aus Politik und Geschichte, die wir näher erläutert bekommen haben.

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