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21. September: Heute ist Welt-Alzheimertag

 Fast 1,6 Millionen Menschen leben in Deutschland mit Demenz. Bis zum Jahr 2050 könnte sich ihre Zahl auf rund drei Millionen erhöhen. Demenz kann jede*n treffen und verdient unsere hohe politische Aufmerksamkeit. Das diesjährige Motto lautet: „Demenz. Die Vielfalt im Blick.“ Demenz hat viele Formen und Gesichter.

Ich bin froh, dass Pflegepolitik und damit auch Politik für an Demenz Erkrankte im Wahlkampffinish im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit steht. Pflege und Demenz sind Themen, die uns alle angehen. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind davon direkt betroffen, als Pflegeempfänger*innen, pflegende Angehörige und professionell Pflegende.

Die pflegepolitischen Verbesserungen, die wir in dieser Legislaturperiode getroffen haben, kommen besonders an Demenz Erkrankten zugute. Dabei handelt es sich z. B. um das neue viel genauere Begutachtungsverfahren, dass auch kognitive und psychische Kriterien beachtet. Oder die besseren Leistungen zur Betreuung und zur Entlastung der Angehörigen. Neu ist, dass bei allen Leistungen körperlich, psychisch und kognitiv (z. B. an Demenz erkrankte) Pflegebedürftige gleich gestellt sind.

Dies ist nicht das Ende der Fahnenstange: An Demenz Erkrankte benötigen im besonderen Maße hochprofessionelle Betreuung durch gut ausgebildete Pflegekräfte. Es besteht jedoch jetzt schon vielerorts ein Mangel an Fachkräften und wir müssen den Pflegeberuf dringend attraktiver gestalten, um insbesondere mehr junge Menschen für die professionelle Pflege zu begeistern. Einen ersten wichtigen Schritt haben wir dazu vollzogen: Wir haben mit der Pflegeberufereform die generalistische Ausbildung mit einem einheitlichen Abschluss für alle altersgruppenbezogenen Pflegeberufe eingeführt. Weitere notwendige Schritte sind eine bessere, angemessene Bezahlung, bessere und faire Arbeitszeiten, bessere Personalstandards und mehr Anerkennung sowie Augenhöhe gegenüber den Mediziner*innen. Je mehr junge Menschen sich für den Pflegeberuf entscheiden, umso besser werden wir an Demenz erkrankte Menschen versorgen können.

Demenz hat viele Gesichter. Zu Beginn sind die Erkrankten weitgehend selbständig, im späten Stadium können sie sich kaum mehr mitteilen. Professionelle Betreuung von an Demenz Erkrankten erfordert in unserer Gesellschaft, in der Menschen mit vielen verschiedenen biographischen Hintergründen leben, kulturelle Sensibilität und hohe kommunikative Fähigkeiten. Kultursensible Pflege ist für alle Beteiligten, die Politik, die Leistungsträger, die Kassen, die professionell Pflegenden eine große Herausforderung. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass die hohen fachlichen, kommunikativen und interkulturellen Kompetenzen unserer professionell Pflegenden immer mehr nachgefragt sein werden.