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Die PPPlerin Laura Duve berichtet aus den USA

Liebe Frau Rawert,

es ist viel Zeit vergangen seit meinem letzten Bericht im November, seither habe ich viele Dinge erlebt. Am 17. Dezember hat es hier das erste Mal geschneit, drei Tage später hatten wir dann Meter hohen Schnee.
Jeden Tag habe ich für meine Gastfamilie die Auffahrt und den Gehweg freigemacht. Irgendwann habe ich aufgegeben, weil ich einfach nicht gegen die Schneemassen ankommen konnte.

Nach langer Zeit war ich mit Freunden Schlitten fahren. Schlittschuh fahren steht in New York City auf dem Programm. Dorthin geht es morgen, am 30. Dezember, für fünf Tage! Meine Koffer sind gepackt und die Batterien meiner Kamera geladen. Aber New York ist nicht das einzig Interessante hier. Meine Freundinnen haben so genannte Weihnachtsparties gegeben. Dort wurden dann Kekse dekoriert und Geschenke getauscht. Ansonsten habe ich im Dezember die meisten Sonntage in der Kirche oder auf Natalies Chorkonzerten verbracht. Mittlerweile kann ich so manche Lieder in- und auswendig.
Einmal haben der Chor der Jungenschule und der Chor unserer Mädchenschule gemeinsam gesungen, um Geld für die katholischen Privatschulen zu sammeln. Das Konzert war einmalig und wurde sogar beehrt vom Erzbischof Dolan von Milwaukee.

Und dann stand auch schon Weihnachten vor der Tür. Ein Weihnachtsbaum wurde bei uns zwar aufgestellt, aber es war ein Plastikbaum. Immerhin habe ich echten Adventskranz durchsetzen können. Wie viele Familien in den USA hat auch meine Gastfamilie die Bescherung erst am 25. Dezember. Am Christmaseve waren wir alle zum Dinner bei meiner Gast- Tante eingeladen. Meine Gastfamilie hat mütterlicher- und väterlicherseits eine riesige Familie, nach fünf Tagen Familientreffen war ich nur noch verwirrt.

Für mich war Weihnachten kein großes Problem in Sachen Heimweh, denn ich hatte schon vorher nach den Traditionen der Familie gefragt, so dass ich genau wusste, was auf mich zukommt. Meine Gastfamilie legt großen Wert auf Traditionen und Rituale, besonders an den Festtagen.

Am 1. Weihnachtstag hatte ich den Wecker auf 8 Uhr gestellt. Als ich aus meinem Zimmer kam, wartete meine Gastschwester schon auf den Treppenstufen. Mein Gastvater war bereits unten, um die Nudelsoße zu kochen. Gegen Mittag erwarteten wir ungefähr 40 Familienmitglieder. Deshalb mussten wir uns ziemlich beeilen mit dem Auspacken der Geschenke. Wir bekamen alle nur einige Geschenke, denn in New York dürfen wir uns etwas aussuchen. Von meinen Verwandten aus Deutschland habe ich sehr viele Geschenke bekommen und mich riesig über deutsche Süßigkeiten und Fotos gefreut.

Als das letzte Geschenk geöffnet wurde, trafen auch schon die ersten Gäste ein. Selbst gemachte italienische Pizza nach Großmutters Rezept und Pasta wurden serviert. Es war ein schönes Familientreffen und kam mir ein bisschen vor wie in amerikanischen Weihnachtsfilmen. In den darauf folgenden drei Tagen kamen Verwandte aus anderen Bundesstaaten zu Besuch, um mich kennen zu lernen. Und dann musste ich auch schon meine Koffer packen und alle Unterlagen für New York zusammensuchen. Ein weiterer Bericht über Sylvester in New York wird folgen. Ich bin ziemlich aufgeregt und neugierig auf New York.

Liebe Grüße aus Mequon

Laura Duve