10 Jahre Solidarität mit Geflüchteten im IB-Übergangswohnheim Marienfelder Allee

Die Jubiläumsfeier des Internationalen Bundes zum 10jährigen Bestehen der Flüchtlingshilfe im Übergangswohnheim Marienfelder Allee war eine rundum gelungene Veranstaltung zum Feiern und zum Politisieren. Das strahlende Wetter und der große Innenhof ermöglichte rund 150 Menschen eine Teilnahme: so den jüngeren und älteren Bewohner*innen, unserer Bürgermeisterin Angelika Schöttler und vielen Mitarbeiter*innen aus dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, und die Mitarbeitenden der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement, zahlreiche Ehrenamtliche wie Carola von Braun, Vorsitzende der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin - Stadt der Frauen (ÜPFI) sowie Vertreter*innen von in der Flüchtlingshilfe tätigen Vereinen und Organisationen.

Ich möchte vor allem Uta Sternal, Leiterin der Einrichtung und den haupt- und ehrenamtlichen Tätigen für ihren engagierten Einsatz herzlich danken, aber auch dem Bewohnendenrat der Geflüchteten und Asylbewerber*innen sowie dem Kinderparlament. Das gemeinsame Anliegen um Partizipation und Teilhabe ermöglicht erst ein gelingendes Ankommen und unterstützt beim Aufbau von Lebensperspektiven in einer neuen Heimat.

Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes und Bundestagsabgeordnete a.D. verwies in ihrem Grußwort darauf, dass das vormalige Berliner Notaufnahmelager Marienfelde 1953 für Menschen, die aus der DDR in die Freiheit wollten, gebaut worden war. Seit den 60er-Jahren durchliefen rund eine Million Aussiedler*innen die Einrichtung, fanden hier eine erste Bleibe im Westen. In den 10 Jahren als Übergangswohnheim lebten hier bisher 3.395 Menschen, anfänglich vor allem aus Serbien, Mazedonien, Bosnien, Tschetschenien, dann u.a. aus Afghanistan, Syrien oder dem Iran. Die derzeit 700 Bewohner*innen auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände, davon rund die Hälfte Kinder und Jugendliche, leben in acht Wohnblöcken und kommen aus 10 Herkunftsländern. Der IB hat seine Forderungen an Politik und Gesellschaft für einen menschenwürdigen Umgang mit geflüchteten Menschen in Deutschland festgehalten im "Marienfelder Papier".

Leben in guter Nachbarschaft

In meinem Grußwort danke ich für eine gute Nachbarschaft und erinnere an die vielen gemeinsamen Aktionen während der vergangenen 10 Jahre, häufig auch in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der SPD Tempelhof-Schöneberg. Ein friedlicher weltoffener und respektvoller Umgang alt- und neueingesessener Tempelhof-Schöneberger*innen, Berliner*innen ist immer eine Aufgabe für alle. Die Spaltung in „die da“ und „wir hier“ ist in Tempelhof-Schöneberg nicht gewollt. Wir haben dieses durch die vielen Solidaritätsbündnisse im Sinne von „Bunt statt Braun“ von Anfang an sehr deutlich gemacht. Auch heute zeigen wir für ein menschenwürdiges Zusammenleben eindeutig Gesicht und Haltung.

Gegen Rassismus und Diskriminierung - für mehr Humanität in der Flüchtlings- und Asylpolitik

Als Politikerin unterstütze ich gesetzgeberische Initiativen zur Sanktionierung von Rassismus und Diskriminierung. Der Staat als Garant der Würde des Menschen muss dafür sorgen, dass alle Menschen die gleichen Chancen auf Partizipation und Teilhabe in allen Lebensbereichen haben. Als Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion mache ich mich für eine Studie zu Racial Profiling in den Polizeibehörden stark.

Ich begrüße die Anstrengungen des Berliner Senats, weitere Geflüchtete aus Lagern in Griechenland aufnehmen zu wollen. Angesichts des Neins des Bundesinnenministers zu diesem Vorhaben ist es für mich gelebter Föderalismus, dass der Senat zusammen mit mehreren Bundesländern eine gemeinsame Klage gegen den Bund erwägt, um die Ablehnung der Aufnahmeanordnung durch das Bundesinnenministerium rechtlich zu überprüfen.

Sehen Sie hier mein Grußwort auch als Videomitschnitt.

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Grußwort_Mechthild_Rawert_IB-Übergangswohnheim_21. August 2020.pdf307.46 KB