3. Oktober 2020: Tag der Deutschen Einheit, Tag der offenen Moschee, Franziskustag

Der diesjährige 3. Oktober war ein besonders ereignisreicher Tag für mich: Die Freude über die Deutsche Einheit, die Freude über Religionsvielfalt in unserem Land, die Freude über ein zunehmendes Verständnis vieler, dass wir nur eine Schöpfung haben. Einheit bedeutet Vielfalt, die Schöpfung achten, bedeutet aktiven Schutz von Umwelt, Klima und Tierwohl.

30 Jahre Einheit 

Heute vor 30 Jahren, am 03. Oktober 1990, erfolgte die deutsche Wiedervereinigung. Über 40 Jahre teilte die Mauer Berlin, Deutschland und Europa und damit auch Familien und Freundschaften. Ich danke all denen, die 1989 für die Friedliche Revolution auf die Straße gegangen sind. Der 03. Oktober zeigt uns seit 1990 immer wieder auf´s Neue, was Menschen erreichen können, wenn sie gemeinsam und vor allem friedlich eine Idee verfolgen. 

Der 3. Oktober 2020 ist allerdings auch Anlass, innezuhalten und uns der Aufgaben bewusst zu werden, die noch vor uns liegen. Die deutsche Einheit ist kein abgeschlossener Prozess: Die Angleichung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist noch eine zentrale Aufgabe, insbesondere in den strukturschwachen Regionen in Ost, West, Nord und Süd. Unabhängig von der Himmelsrichtung wächst dann auch zusammen, was zusammen gehört.                        

2020 ist zweifelsohne ein besonderes Jahr: Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Das zeigen uns die vorübergehenden Einschränkungen von Grundrechten in der Corona-Pandemie. Demokratie und Freiheit müssen ständig verteidigt werden. #bessermiteinander und unser solidarischer Zusammenhalt ist unsere Antwort.

Tag der offenen Moschee

Seit 2007 veranstalten die islamischen Religionsgemeinschaften am 3. Oktober den bundesweiten Tag der offenen Moschee. Das Zusammenlegen dieser Tage verdeutlicht, dass die deutsche Einheit auch deutsche Vielfalt ist. Zusammen mit Genoss*innen der Friedenauer SPD und der AG Migration und Vielfalt Tempelhof-Schöneberg habe ich die Moschee Valide-i-Sultan Camii des Friedenauer Kulturverein zur Integration und Bildung e.V. in der Hedwigstraße besucht. 

Menschen mit und ohne Migrationsbiografie haben in den vergangenen 30 Jahren die Deutsche Einheit zusammengestaltet und aufgebaut. Dennoch machen sie häufig diskriminierende Erfahrungen der Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt, wird zwischen Muslimen und Deutschen unterschieden. Wenn ich sowas höre: Warum nicht zwischen Katholiken, Evangelen, Atheisten und Deutschen? Die „normalen“ Deutschen sind verschieden, haben unterschiedliche Haar- und Hautfarben und sind in unterschiedlichen Familienkulturen aufgewachsen. 

Eines eint uns alle: die Achtung des Grundgesetzes und der damit verbundenen Grundwerte. Wir wollen alle unser Gemeinwohl mitgestalten. Wichtig daher die Absicht, uns in Friedenau noch stärker zu vernetzen. 

Franziskustag

Anlässlich des Tages des Heiligen Franziskus von Assisi fand auch dieses Jahr in der Zwölf-Apostel-Kirche ein Gottesdienst für Menschen und Tiere statt. Die Segnungen für Mensch und Tier nahmen Bruder Franziskus vom Rogate Kloster Sankt Michael zu Berlin und Pfarrvikarin Ruth Tuschling von der Alt-katholischen Gemeinde Berlin.

(Foto: Marcel Talartsik) In meinem Grußwort habe ich darauf verwiesen, dass es nur eine ganzheitliche Ökologie gibt, die Umwelt, Tier und Menschen auf der ganzen Erde umfasst. Es gibt nur eine Schöpfung und deren Wohlergehen geht uns alle was an. 

Tiere haben einen "Eigenwert", der menschlichen Nutzungsinteressen Grenzen setzt. Das Tierwohl ist eine weitreichende Verpflichtung. Tieren dürfen keine vermeidbaren Schmerzen und Leiden zugefügt werden. Unsere gesamte Gesellschaft ist für die Umsetzung der moralisch gebotenen Achtung des Tierwohls verantwortlich. Für das Tierwohl trägt auch die Politik Mit-Verantwortung. Der Agrarhaushalt ist sowohl im europäischen als auch im deutschen Finanzhaushalt immer einer der größten. Immer mehr Politiker*innen, Landwirte als auch Verbraucher*innen wollen die faire Umstellung der Fördergelder an ein umwelt- und klimaschonendes als auch ein tierwohlgerechtes Wirtschaften. 

Im Münsterland gibt es einen Satz: „Das letzte Kind trägt Fell.“ Dieser saloppe Spruch verweist auf etwas, was über Verantwortung hinausgeht: Auf die Liebe zwischen Mensch und Tier, auf die Liebe zwischen diesem einen Menschen und diesem einen ganz besonderen Tier. Ich wünsche den jeweils beiden ein glückliches Leben.

           

Der diesjährige 3. Oktober war ein besonders ereignisreicher Tag für mich: Die Freude über die Deutsche Einheit, die Freude über Religionsvielfalt in unserem Land, die Freude über ein zunehmendes Verständnis vieler, dass wir nur eine Schöpfung haben. Einheit bedeutet Vielfalt, die Schöpfung achten, bedeutet aktiven Schutz von Umwelt, Klima und Tierwohl.

(Fotos: Mechthild Rawert (2. v. o.), Marcel Talartsik (3. v. o.), DBT/Stella von Saldern)

 

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201003_Grußwort_Tiergottesdienst Rogate-Kloster-Mechthild Rawert, MdB.pdf299.33 KB