Das IPS war eine einmalige Erfahrung

Mein Internationales Parlaments-Stipendium (IPS) und damit verbundene Arbeit im Büro von Mechthild Rawert ist nun zu Ende. In den letzten fünf Monaten habe ich sehr viel gelernt und über sehr viele Themen erfahren. Das IPS war für mich eine einmalige Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Bewerbung für IPS

Ich habe vom IPS während meines Praktikums in der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Slowakei erfahren. Als ich über das Programm mehr Informationen gesammelt habe, war ich begeistert und betrachtete IPS als eine sehr gute Möglichkeit um mich beruflich weiterzuentwickeln. Die Voraussetzungen waren ziemlich anspruchsvoll und die Konkurrenz groß. Im Juni 2011 habe ich mich für das IPS beworben und zwei Monate später habe ich erfahren, dass ich es in die zweite Runde geschafft habe. Das Auswahlgespräch war nicht einfach, was ich eigentlich erwartet habe. Meine intensive Vorbereitung hatte sich gelohnt und ich wurde  als eine von den fünf Slowaken für das Praktikum ausgewählt.

Zwei Wochen vor der Ankunft in Berlin ist die Spannung gestiegen. Wir wurden über die Ausschüsse informiert, in welchen "unsere"  Abgeordneten tätig sind. Die Angaben über meine Abgeordnete lauteten: ordentliches Mitglied des Ausschusses für Gesundheit, stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Unterausschusses "Bürgerschaftliches Engagement". Zuerst war ich ein bisschen überrascht. Die Tätigkeit "meiner“ Abgeordneten stimmte mit meinen geäußerten Präferenzen nicht überein. Nichts desto trotz, habe ich mich gefreut, dass ich meine Kenntnisse in einem ganz neuen Bereich vertiefen werde.

Themenbereiche im Büro Mechthild Rawert

Mechthild Rawert ist Gesundheitspolitikerin der SPD Fraktion. Außer dem Thema Gesundheit beschäftigt sie sich mit der Gleichstellung von Frauen und Männer, dem Kampf gegen Rechtsextremismus und mit Migrationspolitik. Die positive Auswirkung dieser  Vielfalt an Themen ist, dass sie Mitglied von vielen Arbeitsgruppen der SPD ist und sehr viele interessante Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürgern durchführt. Besonders hier konnte ich den Unterschied zwischen Deutschland und Slowakei sehen. In Deutschland stehen der Bürger und die Bürgerin im Mittelpunkt. Die Abgeordneten machen alles um die Bürger zufriedenzustellen. Das ist noch immer ein wesentlicher Unterschied zwischen der Slowakei und Deutschland und ich hoffe, dass wir bald auch das gleiche Politikverständnis erlangen.

Meine Aufgaben im Büro der MdB
Meine Aufgaben im Büro waren jede Woche unterschiedlich. Sie erfassten z. B. Texte zu recherchieren, Texte und Termine auf der Webseite von Frau Rawert hochzuladen, ein Teil meiner Aufgaben war auch bei der Vorbereitung der „Fraktion vor Ort“ Veranstaltungen zu helfen. Während meines Praktikums gab es insgesamt vier solche Veranstaltungen. Die Themen waren sehr unterschiedlich – von Digitalisierung der Gesellschaft bis zum Fiskalpakt, Organspende und Kampf gegen Rechtsextremismus. Ich hatte die Möglichkeit bei der Vorbereitung der Veranstaltungen mitzuarbeiten und konnte so praktische politische Arbeit auf der lokalen Ebene erfahren.

Während der Zeit meines Stipendiums hatte ich die Möglichkeit meine Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem zu vertiefen und habe mehrere Themen im Fachbereich Gesundheit verfolgt. Es war sehr interessant die Unterschiede zwischen der Slowakei und Deutschland zu bemerken. Der Unterschied zwischen „politischen Themen“ ist wirklich groß. Während der fünf Monate gab es mehrere kontroverse Themen, die im Büro von Mechthild Rawert bearbeitet wurden. Das ethisch brisante  Thema der Organspende wurde diskutiert und ein überparteiliches Gesetz zur Organspende wurde ins Parlament gebracht. Ich hatte die Möglichkeit meine Abgeordnete bei AGs und Ausschusssitzungen zu begleiten und habe die Diskussion und Argumentationsweise mit gefolgt. Ebenfalls sehr aktuell war die Situation der Hebammen in dieser Zeit. Die gestiegenen Versicherungsgebühren hatten Unruhe als Folge. In diesem Zusammenhang war es meine Aufgabe die aktuelle Situation zu recherchieren. In der letzten Zeit beinhalten die „heißen“ Themen Fragen, wie die „Pille danach“ und individuelle Gesundheitsleistungen. Dank der Möglichkeit an allen Ausschusssitzungen und AG-Sitzungen teilzunehmen, habe ich sehr viel über ein Thema gelernt, das mir bisher fremd war.

Mein Gesamteindruck
Es war mein „Traum“ bei IPS mitzumachen. Ich habe es als eine einmalige Möglichkeit empfunden mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und wichtige Erfahrungen in der politischen Arbeit zu sammeln. IPS meine Vorstellungen weit übertroffen hat und wenn ich die Möglichkeit hätte sich noch einmal zu bewerben, würde ich es sicher wieder versuchen. Im Büro von Frau Mechthild Rawert habe ich unheimlich viel gelernt und ich bin Ihr und Ihren Mitarbeitern sehr dankbar für die Möglichkeiten die sie mir gegeben haben. Aus dieser Hinsicht hat IPS alle meine Erwartungen übertroffen und ich bin sehr froh und dankbar, dass ich im Büro von Mechthild Rawert mein Stipendium machen konnte.

Ich würde IPS allen politisch engagierten jungen Leute empfehlen. Es ist eine einmalige Chance einen Überblick und Umfang der Kenntnisse innerhalb von fünf Monaten erweitern, den Ablauf des Bundestagsleben kennenzulernen und der deutschen Politik näher zu kommen.

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